2026

Der Frühling im immersiven Raum

La primavera nella stanza immersiva

Den Frühling holt man in den immersiven Raum mit blühenden Wiesen, Schmetterlingen zum Nachlaufen, leichtem Regen und wachsenden Samen, zusammen mit echten Materialien zum Anfassen und Riechen. Die Aktivitäten funktionieren in der Krippe und im Kindergarten, wenn sie kurz und langsam sind und den Kindern Zeit zum Erkunden lassen.

Hier finden Sie zehn fertige Aktivitätskarten mit Ziel, Inhalten, Klängen, Materialien und Dauer, dazu Hinweise zu Sicherheit, Altersanpassung und Dokumentation.

Warum den Frühling in den immersiven Raum holen?

Der Frühling besteht aus sichtbaren Veränderungen: das Licht, die Farben, die Laute der Tiere, die kurzen Regenschauer. In einem immersiven Raum lassen sich diese Veränderungen verlangsamen, wiederholen und mit der Bewegung der Kinder verbinden. Ein Schritt lässt eine Blume aufblühen, ein erhobener Arm lässt einen Schmetterling fliegen. Das ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, die in den ersten Lebensjahren sehr wichtig ist.

Sie ist auch der Kern der Forschung, aus der SENSEi hervorgegangen ist. Mit Magika gestaltet die Gruppe am Politecnico di Milano Umgebungen, in denen Bilder, Klänge, Düfte und echte Gegenstände zusammenwirken, mit Aktivitäten, die die pädagogische Fachkraft an jedes Kind anpasst. Eine Studie zu einer mobilen multisensorischen Lösung deutet darauf hin, dass solche Erfahrungen Engagement, Zusammenarbeit und Sozialisation fördern können. Es sind Bausteine eines Weges, der heute über 40 wissenschaftliche Publikationen umfasst, gesammelt auf der Seite Forschung.

Zehn Frühlingsaktivitäten

1. Die Wiese erwacht

  • Ziel: eine langsame Veränderung beobachten und die Farben benennen.
  • Was projiziert wird: eine graue Wiese, die sich, wenn die Kinder darübergehen, mit Gras und Blumen füllt.
  • Klänge: Vogelgezwitscher und eine leichte Brise.
  • Zum Anfassen: ein Kunstrasenteppich, Stoffblumen.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: Die Kinder kommen leise herein, die pädagogische Fachkraft erzählt, dass die Wiese schläft; jeder Schritt weckt sie ein bisschen auf.

2. Die Schmetterlinge

  • Ziel: Auge-Hand-Koordination, Bewegung im Raum.
  • Was projiziert wird: bunte Schmetterlinge, die über Wände und Boden fliegen und sich dort niederlassen, wo eine Hand hinkommt.
  • Klänge: leichte Musik mit Streichern.
  • Zum Anfassen: leichte Tücher zum Fliegenlassen.
  • Dauer: 10-15 Minuten.
  • Ablauf: Die Kinder laufen den Schmetterlingen nach und werden dann mit den Tüchern selbst zu Schmetterlingen.

3. Der Frühlingsregen

  • Ziel: Zuhören, Vorwegnehmen, Drinnen-und-draußen-Spiel.
  • Was projiziert wird: ein Himmel, der sich bewölkt, Tropfen, die auf den Boden fallen.
  • Klänge: leichter Regen, ferner Donner in geringer Lautstärke.
  • Zum Anfassen: kleine Schirme, Regenmacher, feuchte Tücher.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: Wenn der Regen kommt, sucht man unter den kleinen Schirmen Schutz; wenn die Sonne zurückkehrt, geht man hinaus und springt.

4. Der Samen, der wächst

  • Ziel: Körperbewusstsein, zeitliche Abfolgen.
  • Was projiziert wird: ein Samen in der Erde, der keimt und zur Pflanze wird.
  • Klänge: Musik, die langsam anschwillt.
  • Zum Anfassen: Erde in einer Wanne, große Samen, kleine Töpfe.
  • Dauer: 10 Minuten plus das echte Säen.
  • Ablauf: Die Kinder rollen sich wie Samen zusammen und richten sich langsam auf; am Ende wird ein Töpfchen gesät, das in der Gruppe gepflegt wird.

5. Das Vogelnest

  • Ziel: Tierlaute erkennen, Symbolspiel.
  • Was projiziert wird: ein Baum mit einem Nest, Vögel, die ankommen und wieder wegfliegen.
  • Klänge: Rufe verschiedener Vögel.
  • Zum Anfassen: Federn, Zweige, ein Strohnest.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: Bei jedem Ruf sucht man den Vogel an der Wand; mit den Kleinen streichelt man die Federn.

6. Die Farben der Blumen

  • Ziel: nach Farben ordnen, erste Wörter.
  • Was projiziert wird: Blumen in vier Farben, die auf dem Boden erscheinen.
  • Klänge: ein eigener Klang für jede Farbe.
  • Zum Anfassen: farbige Reifen, Blumen aus Karton.
  • Dauer: 10-15 Minuten.
  • Ablauf: Die Kinder sammeln die Blumen einer Farbe und bringen sie in den passenden Reifen.

7. Die fliegenden Bienen

  • Ziel: einem Weg folgen, Rhythmus.
  • Was projiziert wird: Bienen, die von Blume zu Blume fliegen und eine Spur hinterlassen.
  • Klänge: leises Summen und rhythmische Musik.
  • Zum Anfassen: gelbe und schwarze Pompons, Stoffblumen.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: Die Kinder folgen der Spur wie Bienen; wenn die Musik wechselt, bleiben sie auf einer Blume stehen.

8. Der Froschteich

  • Ziel: Springen, Gleichgewicht, Zählen.
  • Was projiziert wird: ein Teich mit Seerosen, auf die man springen kann; bei jedem Sprung erscheint ein Frosch.
  • Klänge: Wasser, Quaken.
  • Zum Anfassen: flache Kissen als Seerosen.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: ein Sprung nach dem anderen von Seerose zu Seerose; die Größeren zählen die Frösche.

9. Der Wind in den Bäumen

  • Ziel: die Bewegung der Luft wahrnehmen, Entspannung.
  • Was projiziert wird: Baumkronen, die sich bewegen, fliegende Blütenblätter.
  • Klänge: Wind, Blätter.
  • Zum Anfassen: ein Fächer, Bänder, ein großes Tuch.
  • Dauer: 10 Minuten.
  • Ablauf: Die pädagogische Fachkraft macht mit dem Tuch Wind; die Kinder bewegen die Arme wie Äste und legen sich dann hin, um die Blütenblätter zu betrachten.

10. Das Frühlingsfest

  • Ziel: zusammen sein, teilen.
  • Was projiziert wird: ein blühender Garten mit warmem Licht und Seifenblasen.
  • Klänge: fröhliche Musik.
  • Zum Anfassen: Blumen, Rasseln, Tücher.
  • Dauer: 15 Minuten.
  • Ablauf: ein Ringelreihen im Garten, dann ein Abschiedsmoment, während das Licht gedämpft wird.

Düfte und Sicherheit

Der Frühling besteht auch aus Gerüchen. Wenn der Raum auch Düfte einsetzt, wählt man am besten leichte Duftstoffe und erkundigt sich vorher nach Allergien und Empfindlichkeiten der Kinder. Dasselbe gilt für echte Pollen, frische Blumen und Erde: Besser saubere und geprüfte Materialien.

  • Boden frei von Gegenständen, über die man beim Laufen stolpern könnte.
  • Geringe Lautstärke und Licht ohne schnelles Blinken.
  • Kleine Materialien nur bei Kindern, die nicht mehr alles in den Mund nehmen.
  • Eine ruhige Ecke für alle, die eine Pause brauchen.

Wie passt man die Aktivitäten an das Alter an?

AlterWas im Vordergrund stehtDauer
Säuglingelangsam wechselndes Licht, sanfte Klänge, weiche Materialien zum Anfassen auf dem Arm5 Minuten
Jüngere KrippenkinderUrsache und Wirkung mit Schritten und Händen, Krabbeln und Gehen auf der projizierten Wiese5-10 Minuten
Ältere Krippenkindernachlaufen, springen, sammeln, erste Wörter10 Minuten
3-6 Jahreeinfache Regeln, zählen, ordnen, kleine Geschichten10-20 Minuten

Einen vollständigen Leitfaden für die Krippe finden Sie in Der immersive Raum in der Krippe: Leitfaden für pädagogische Fachkräfte. Für den Kindergarten siehe SENSEi für den Kindergarten.

Beobachten und dokumentieren

Die italienischen Leitlinien für das integrierte System 0-6 bezeichnen die Dokumentation als Instrument der pädagogischen Reflexion, das auch dazu dient, die Lernwege mit den Familien zu teilen. Nach jeder Aktivität genügen wenige Notizen: wer sich genähert hat, was die Aufmerksamkeit geweckt hat, welche Wörter aufgetaucht sind, was man wiederholen sollte. Fotos und Videos werden unter Beachtung der Einwilligung der Familien gesammelt.

Was ändert sich für Kinder und pädagogische Fachkräfte?

Für die Kinder wird die Jahreszeit zu einer Erfahrung, die sie mit dem Körper erleben: Den Regen hört man und erwartet ihn, zum Samen wird man selbst. Für die pädagogischen Fachkräfte ist der Raum ein Verbündeter, der sich an die Gruppe des Tages anpasst: langsamer für die Kleinen, mit mehr Regeln für die Großen, immer per Tablet gesteuert. Und die Familien finden zu Hause Wörter und Gefühle wieder, die in der Gruppe entstanden sind.

Mit der Cooperativa ORSA bringt ein mobiles SENSEi-Set das Programm „All’avventura tra i sensi“ in sechs städtische Kindergärten in Mailand. Am ICS IV Novembre in Cornaredo wächst der magische Raum seit Jahren gemeinsam mit den Kindergärten.

Der Jahreszeitenkalender

Der Frühling schließt einen Weg ab, der durch das ganze Jahr führt. Die anderen Vorschläge finden Sie in Der Winter im immersiven Raum, Karneval im immersiven Raum und Der Sommer und das Meer im immersiven Raum.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann man den immersiven Raum nutzen?

Schon in der Krippe, mit langsamen Reizen, geringer Lautstärke und der ständigen Anwesenheit der pädagogischen Fachkraft.

Wie viele Aktivitäten pro Sitzung?

Eine oder zwei, mit einem Moment zum Ankommen und einem zum Abschluss. Besser dieselbe Aktivität mehrmals wiederholen, als sie oft zu wechseln.

Braucht es echte Materialien, wenn es die Projektion gibt?

Ja. Ein Blütenblatt oder eine Feder zu berühren ergänzt, was man sieht und hört: Genau das macht das Erlebnis multisensorisch.

Kann man eigene Frühlingsszenen erstellen?

Ja, mit Eureka kann die pädagogische Fachkraft maßgeschneiderte Aktivitäten erstellen und mit Kolleginnen und Kollegen teilen.

Gestalten Sie Ihren immersiven Frühling

Mit Eureka können Sie Szenen, Klänge und Aktivitäten für Ihre Gruppe erstellen. Entdecken Sie Eureka.

Quellen

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